Mischelbach
Mischelbach Markt Pleinfeld | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 7′ N, 11° 1′ O |
| Höhe: | 390 m ü. NHN |
| Einwohner: | 357 (31. Dez. 2023)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
| Postleitzahl: | 91785 |
| Vorwahl: | 09144 |
Mischelbach, darüber im Wald Schloss Sandsee | |

Mischelbach ist ein Gemeindeteil des Marktes Pleinfeld im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Mischelbach hat eine Fläche von 13,430 km². Sie ist in 1031 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 13026,04 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Heinzenmühle, Kemnathen, Kleinweingarten, Sandsee und Utzenmühle.[4]
Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Kirchdorf liegt drei Kilometer östlich des Kernortes Pleinfeld in einem Tal. Durch Mischelbach fließt der Iglseebach, nördlich des Ortes entspringt der Rote Graben, beides Zuflüsse der Schwäbischen Rezat. Die Freileitungstrasse zwischen Mischelbach und Röttenbach ist im Rahmen der Sandachse Franken als bedeutender Lebensraum geschützt. Etwa einen Kilometer nordwestlich verläuft die Bundesstraße 2.[5]
Namensherkunft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ortsname bedeutet so viel wie „zum Bach an dem die Misteln wachsen“. In Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts hieß der Ort „Mistelbach“. Der heutige Name dürfte eine Dialektform des früheren Namens sein.[6]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mischelbach ist wahrscheinlich fränkischen Ursprungs und entstand im 8. oder 9. Jahrhundert. 1264 wurde Mischelbach erstmals urkundlich erwähnt. 1302 wurde der Ort zusammen mit Pleinfeld und dem Schloss Sandsee vom Grafen von Hirschberg an das Bistum Eichstätt verkauft und blieb 500 Jahre lang bis 1802 eichstättisch. Im Schmalkaldischen Krieg sowie im Dreißigjährigen Krieg wurden das Schloss und vermutlich auch der Ort Mischelbach schwer beschädigt.[6]
1496 wurde Margreth Henstaub von Mischelbach zusammen mit zwei Töchtern wegen Zaubereiverdacht in Sandsee verhaftet. Die Mutter und eine Tochter wurden hingerichtet, während die andere Tochter namens Margreth aus der Haft entlassen wurde.[7]
1802 wurde Mischelbach infolge des Reichsdeputationshauptschluss bayerisch. 1808 entstand der Steuerdistriukt Mischelbach. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die eigenständige Gemeinde Mischelbach. Bis zur Gemeindegebietsreform in Bayern blieb Mischelbach eine Gemeinde mit den Gemeindeteilen Heinzenmühle, Kemnathen, Kleinweingarten, Sandsee und Utzenmühle. 1972 entschloss sich die Gemeinde, sich freiwillig der Gemeinde Pleinfeld anzuschließen. Diese Eingemeindung wurde am 1. Juli 1972 wirksam.[8][6]
Baudenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die katholische St.-Otto-Kirche wurde im Jahr 1922 erbaut. Das Kirchenschiff ist in barockähnlichem Stil gehalten. Der Kirchturm wurde mit einer Glocke aus dem Jahr 1886 bestückt. 1949 wurde die Kirche erweitert. Oberhalb von Mischelbach liegt das Schloss Sandsee.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann Kaspar Bundschuh: Mischelbach. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 616–617 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Michelbach. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 211 (Digitalisat).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mischelbach. In: pleinfeld.de. Abgerufen am 21. Oktober 2024.
- Mischelbach in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 2. November 2022.
- Mischelbach in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 21. Oktober 2024.
- Mischelbach im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 21. Oktober 2024.
Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Daten aus dem Bürgerbüro (pdf). In: BürgerInfo. Ausgabe Februar 2024, S. 11.
- ↑ Gemeinde Pleinfeld, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 21. Oktober 2024.
- ↑ Gemarkung Mischelbach (093707). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 21. Oktober 2024.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 21. Oktober 2024.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 21. Oktober 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- 1 2 3 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Mischelbach 16.-18. Juli 2004. Pleinfeld 2004, S. 35.
- ↑ Stürzl, Zur Hexenverfolgung im Oberen Stift des Hochstifts Eichstätt. Nachtrag zu Hinrichtungen wegen Hexerei in Eichstätt. In: Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde. Selbstverlag, München, 2016, S. 135 f.
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 592.