In seinem Klassiker Strukturwandel der Öffentlichkeit beschreibt Habermas, Salons und Kaffeehäuser als Prototype einer kritischen, öffentlichen Verständigung. Doch es existieren auch andere Formen der Öffentlichkeit – sich diesen und der Rolle von Affekten zuzuwenden könnte unser Verständnis gegenwärtiger Diskussionsdynamiken verbessern.
Lassen sich moralische Werte ohne ihre Verankerung in Religionen bewahren? Der Aufklärer David Hume, dessen Todestag sich am 25. August zum 250. Mal jährt, gibt eine radikale Antwort: Die Religion stellt keine Bedingung der Moral dar – sie ist sogar ihrem Wesen nach darauf angelegt, sich gegen das moralische Empfinden zu richten, das alle Menschen von Natur aus haben.
Dieselbe Kraft, die Bäume wachsen und Blumen erblühen lässt, zeigt sich auch in unseren moralischen Handlungen. Davon war die Philosophin Hildegard von Bingen überzeugt. Ihr Denken verbindet ökologisches Bewusstsein mit feministischen Impulsen – und erkennt, was es heißt, über die Natur zu herrschen und zugleich ein Teil von ihr zu sein.
Gelassenheit, Muße, Genuss – all das kommt in unserem Alltag oft zu kurz. Dabei bieten solche Momente nicht bloß Glückserfahrungen, sondern ermöglichen gar neue Selbstverständnisse und Weltbezüge. Ein Gespräch über unsere Arbeitswelt als Produzent der Unmuße, über Freizeit und den Wert von Langeweile und Vergänglichkeit.
Jens Spahns Inanspruchnahme einer Leihmutterschaft brachte ihm den Vorwurf der Doppelmoral ein und löste eine Debatte über Leihmutterschaft aus. Gesprochen wurde hingegen nicht über die Bedeutung der erodierten Glaubwürdigkeit der Union gerade in ethischen Fragen und die postmoderne Herrschaftspolitik der Konservativen hinter dem erzwungenen Rücktritt Spahns, die weitaus schwerer wiegt als sein persönliches Fehlverhalten.
Angesichts der Digitalisierung diagnostiziert Habermas einen erneuten Strukturwandel der Öffentlichkeit. Der Philosoph Jan-Philipp Kruse erklärt, wie Plattformen die Öffentlichkeit verändern und welche Gefahren für die Demokratie mit KI und sozialen Medien einhergehen.